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Alles über den E-Sport – Fakten & Wissenswertes

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In der Gaming-Szene ist der E-Sport derzeit in aller Munde, die offiziellen Wettkämpfe mit hohen Preisgeldern mehren sich. Die Wurzeln dieser modernen Bewegung reichen zurück in die 50er Jahre, als traditionelle Spiele wie Dame und Schach zum ersten Mal auf den Computer wanderten. 1958 kam dann “Tennis for Two” heraus und revolutionierte unsere Art zu spielen. Das kleine Video-Game besaß zwar eine enorm einfach gestrickte Grafik, bot aber die Möglichkeit, sich im direkten Duell auf dem Bildschirm zu messen: der E-Sport war geboren.

Die ersten Schritte auf dem E-Sport-Parkett

Seitdem es im Reich der Computerspiele den Wettkampf gibt, existiert also auch der E-Sport. Denn diese relativ junge Sportart lässt sich gar nicht wirklich vom schlichten Gaming trennen: Sobald der Konkurrenzkampf ins Spiel kommt, geht es sportlich zu. Der Begriff “E-Sport” wurde allerdings erst in den 90er Jahren geprägt, er dient als Abkürzung für die etwas sperrigere Bezeichnung “Elektronischer Sport”. 1972 gab es mit dem Videospiel Pong allerdings schon einen prägnanten Meilenstein in der Entwicklung, denn auch bei diesem kleinen Zeitvertreib kam es zum Kräftemessen der Nutzer. Das erste wirklich organisierte E-Sport-Turnier fand im Oktober desselben Jahres statt, und zwar an der Stanford University mit dem Spiel Spacewar. Der Wettkampf trug den Namen “Intergalactic Spacewar Olympics”, als Siegespreis winkte ein Jahresabo für das Rolling Stones Magazine.

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Siegesprämien in schwindelerregenden Höhen

Für damalige Zeiten war dies sicher ein fetter Gewinn, doch heute ringen sich die erfolgreichsten E-Sportler der Welt darüber wahrscheinlich nur ein Lächeln ab. Längst haben sich die Preisgelder für die E-Sport-Turniere in die Millionenhöhe erhoben. Bisheriger Spitzenreiter ist das Online-Game Dota 2 – im Jahre 2018 konnte das Siegerteam hier schwindelerregende 11,2 Millionen US-Dollar einsacken. Aber auch bei Titeln wie League of Legends und Fortnite warten Millionen auf die besten Spieler oder Teams. Der Däne Johan Sundstein konnte in seiner Disziplin Dota 2 bereits ein Gesamtpreisgeld von fast 7 Millionen Dollar auf sich vereinen, sein höchster Einzelgewinn liegt bei 3,1 Millionen. Damit gilt er als derzeit erfolgreichster E-Sportler der Welt, in Geld gemessen.

Erste globale Wettkämpfe und E-Sport-Ligen

Als 1980 ein dreimonatiges Space-Invader-Turnier in den USA tobte, konnten die digitalen Sportler von solchen Gewinnen nur träumen. Trotzdem lockte der Wettkampf 10.000 Teilnehmer an, ein Rekord, der nicht so leicht zu überholen war. Doch spätestens als sich in den 90er Jahren das netzwerkbasierte Spielen durchsetzte, waren die Mitspieler-Grenzen nach oben hin offen. Zuerst vernetzte man sich hauptsächlich per LAN, dann über das expandierende Internet. Die großen LAN-Partys Mitte der 90er brachten schon Tausende von Gleichgesinnten zusammen an einen Ort, das World Wide Web war anschließend überhaupt nicht mehr ortsgebunden. Endlich konnten globale Turniere stattfinden, initiiert von den ersten richtigen E-Sport-Ligen. 1997 gründete sich zum Beispiel die Deutsche Clanliga, die sich später in Electronic Sports League (ESL) umbenannte. Ein Jahr darauf folgte die ClanBase, die sich allerdings 2013 wieder auflöste.

Daimler AG und 1. FC Köln investieren in E-Sport

E-Sport-Mannschaften werden in der Szene als “Clans” bezeichnet, die ersten ernstzunehmenden deutschen Vereine entstanden ab 1996. Ocrana gilt als ältester historischer Clan unseres Landes, er segnete leider 2008 das Zeitliche. Das 1997 gegründete SK Gaming existiert allerdings noch heute und hat zahlreiche Blüten getrieben. Mittlerweile haben sich unter diesem Namen mehrere Teams organisiert, die sich vor allem mit großem Erfolg an Counter-Strike-Turnieren beteiligen. Aber auch FIFA, League of Legends, Clash Royale, SMITE und Hearthstone gehören zu den Spezialitäten der Profispieler, die mittlerweile unter der schützenden Hand der Daimler AG und des 1. FC Kölns agieren dürfen. Denn auch den großen Konzernen und bekannten Fußballmannschaften ist es bereits aufgefallen, dass dem E-Sport die Zukunft gehört – zumindest ein gutes Stück davon.

(c) https://pixabay.com/de/photos/fahne-flagge-logo-fu%C3%9Fball-2972112/

Große E-Sport-Turniere ab dem Jahr 2000

Die koreanische Metropole Seoul gab sich die Ehre, die ersten World Cyber Games (WCG) auszutragen. Das war 2000, ein Jahr, das nicht nur in dieser Hinsicht als wahre Zeitenwende erscheint. Seitdem finden die inoffiziellen E-Sport-Weltmeisterschaften jedes Jahr statt. Die Electronic Sports World Cup (ESWC) gesellte sich 2003 an ihre Seite, 2016 erfolgte die Umbenennung in eSports World Convention – vielleicht so etwas wie die Olympischen Spiele der virtuellen Moderne. Das Finale der CPL World Tour im Jahr 2005 wurde vom Fernsehsender MTV übertragen, der Painkiller-Wettkampf tobte in 10 verschiedenen großen Städten rund um den Globus. 2007 ging es dann rund mit der Championship Gaming Series (CGS), die ein interessante Punktesystem einführte, um verschiedene Disziplinen miteinander vergleichbar zu machen. Und so geht es weiter und weiter: Es kommen immer wieder neue Ideen und Wettkampfformen auf, ein Zeichen dafür, wie stark der E-Sport-Sektor boomt.

E-Sport mobilisiert die Massen

In Südkorea hängen mittlerweile geschätzte 200.000 Arbeitsplätze direkt vom E-Sport ab, die großen Star-Craft-Turniere locken in diesem Land bis zu 100.000 Zuschauer an. 2013 stürmten 10.000 Menschen das Staples Center in L.A., um beim Finale der League of Legends World Championship dabei zu sein. Zwischen 1,5 und 4,5 Millionen Gamer sind inzwischen als ernsthafte E-Sportler aktiv, so genau kann das niemand zählen. Wem gelingt es schon, exakt die Profis von den blutigen Laien zu trennen? Aber wie auch immer: E-Sport mobilisiert jetzt schon die Massen, und in Zukunft werden wir noch viel von diesem Thema hören.

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