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Online Glücksspiel in Norwegen

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Online Glücksspiel ist in Norwegen, genauso wie in den anderen skandinavischen Ländern, sehr beliebt. Die Casinos werben mit großem Aufwand um Neukunden. Dabei gilt in Norwegen ein Glücksspielmonopol des Staates. Den norwegischen Behörden sind insbesondere Online Casinos aus dem EU-Ausland ein Dorn im Auge. Wie geht es weiter?

Der Markt für Online Glücksspiel in Norwegen ist groß und wächst beständig. Casinos schalten aufwändige Werbung und scheuen keine Kosten, wenn es um Neukunden geht. 200% Einzahlungsbonus, 50 Freispiele ohne Einzahlung und andere Extras sind an der Tagesordnung.

Internetsperren zur Bewahrung des Glücksspielmonopols

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Auf dem norwegischen Markt sind dabei auch viele Anbieter aus der Europäischen Union (EU) aktiv. Diese Online Сasinos verfügen über Lizenzen in EU-Mitgliedstaaten wie zum Beispiel Malta, Großbritannien, Deutschland oder Italien. Grundsätzlich besteht für Unternehmen innerhalb der EU Niederlassungsfreiheit. Im Glücksspielbereich tun sich manche Behörden mit der Umsetzung dieses Gemeinschaftsziels jedoch schwer.

Die norwegische Glücksspielbehörde will gegen diese Anbieter mit verschiedenen Maßnahmen vorgehen. Dazu gehören Internetsperren und Blockaden im Bereich der Zahlungsdiensteanbieter. Das Ziel: Das staatliche Glücksspielmonopol in Norwegen soll unter allen Umständen halten werden.

Der Glücksspielmarkt in Norwegen wird durch zwei staatliche Unternehmen beherrscht: Norsk Tipping and Norsk Rikstoto verfügen über ein nationales Monopol in den Bereichen Glücksspiel und Pferderennen. Zusätzlich gibt es einen privaten Lotteriemarkt, zu dem traditionell Lotterien und Bingo gehören. In Norwegen gibt es einen breiten politischen Konsens darüber, dass Glücksspiel reguliert werden muss, um nicht wünschenswertes Spielverhalten zu kontrollieren.

Die Behörde betrachtet grenzüberschreitend tätige Casinos als illegal und sieht darin eine große Herausforderung. Seit dem Jahr 2010 gibt es Zahlungsblockaden, die den Geldtransfer zwischen grenzüberschreitend tätigen Anbietern und norwegischen Kunden unterbinden sollen. Die Effekte dieser Maßnahme werden nach Darstellung der Behörde bis heute evaluiert – sprich, die Maßnahmen sind allenfalls bedingt wirksam. Änderungen am derzeitigen Status Quo sind nur durch das Kulturministerium möglich.

Die bekannte Problematik: EU Niederlassungsfreiheit oder nicht?

Damit sieht der norwegische Glücksspielmarkt sich derselben Grundsatzfrage gegenüber, die auch in anderen Ländern relevant ist. Ein wesentlicher Teil des Angebots wird durch Anbieter mit Sitz im EU Ausland gestellt. Diese Casinos unterbreiten Spielern attraktive Konditionen und sind deshalb sehr beliebt. Häufig sind Boni, Ausschüttungsquoten etc. deutlich großzügiger als bei den staatlichen Casinos.

Viele nationale Regierungen (darunter in Teilen auch die deutschen Bundesländer) würden die EU Niederlassungsfreiheit von Unternehmen am liebsten ignorieren und Glücksspiel in staatlicher Hand lassen. Dadurch geht jedoch ein wachsender Teil des Marktes verloren, weil Spieler auf Anbieter im EU Ausland ausweichen.

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Sportwetten und Poker in Norwegen: Was gilt?

Die norwegische Glücksspielaufsichtsbehörde ist auch für Sportwetten zuständig. Dabei gab es in den vergangenen Jahren der Behörde zufolge verschiedene auffällige Resultate mit Beteiligung des norwegischen Fußballs. Zu den bekanntesten Verdachtsfällen zählt das EM-Qualifikationsspiel Norwegen gegen Malta aus dem Jahr 2007. Die Behörde sieht sich deshalb in der Pflicht, Wettbetrug zu verhindern. Dazu hat sich die Institution auch der Initiative des europäischen Rates gegen Wettbetrug angeschlossen.

Poker ist im Gegensatz zu anderen Glücksspielen in Norwegen mittlerweile legal. Nach Jahrzehnten des Verbots wurde im Jahr 2014 die Öffnung für wohltätige Organisationen beschlossen. Organisationen dürfen Pokerturniere austragen, wenn die Erlöse zum Teil auch sozialen oder wohltätigen Zwecken zugutekommen. Solche Lizenzen werden für jeweils drei Jahre vergeben. In den Jahren 2015-2017 hatte die norwegische Leukämiegesellschaft eine entsprechende Lizenz. Die erste norwegische Meisterschaft in Poker wurde in diesem Rahmen im Oktober 2015 veranstaltet.

Seit dem 1. Januar 2015 sind auch private Pokerspiele in privaten Wohnräumen in Norwegen legal. Voraussetzung ist, dass daran maximal zehn Spieler teilnehmen und der maximale Einsatz pro Spieler 1000 NOK nicht überschreitet. Außerdem dürfen solche Pokerspiele keinen organisierten oder professionellen Charakter aufweisen.

Liberalisierung wie in Schweden?

Die norwegische Politik scheint zu einer breit angelegten Liberalisierung des heimischen Glücksspielmarktes nicht bereit. Solche Entwicklungen sind auch in vielen anderen Ländern zu beobachten. Dabei ist offensichtlich, dass es nicht gelingt, gegen Anbieter aus dem EU-Ausland vorzugehen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass diese sich auf die EU Wettbewerbsfreiheit beweisen können und ein nationales Verbot möglicherweise nicht bis zur letzten Instanz gültig ist. Selbst wenn ein Verbot gelingt, lässt es sich kaum durchsetzen – schließlich handelt es sich um rein internetbasierte Angebote.

Dass Norwegen einen Blick nach Schweden wagt, gilt aktuell als unwahrscheinlich. Schweden befand sich bis vor kurzem in einer ähnlichen Situation wie Norwegen. Der nationale Glücksspielmarkt war hoch reguliert. Abgesehen vom mehr oder weniger staatlichen Anbieter Svenska Spel gab es kein von den Behörden als legal eingestuftes Online Glücksspiel. Die Spieler entschieden jedoch anders und wichen auf ausländische Angebote aus.

Ähnlich wie jetzt in Norwegen versuchten die Schweden, mit Verboten und anderen Maßnahmen dagegen vorzugehen. Erfolg hatte diese Methode nicht. Schließlich wurde in Schweden eine Liberalisierung beschlossen. Seit Beginn des Jahres ist der schwedische Glücksspielmarkt auch für ausländische Casinos offen. In dieser kurzen Zeit haben sich zahlreiche Anbieter durch die schwedische Glücksspielaufsichtsbehörde Spelinspektionen lizenzieren lassen. Die Entwicklung in Schweden verdeutlicht die Vorteile einer Liberalisierung. Gibt es für ausländische Online Casinos einen legalen Marktzugang, führt dieser über nationale Lizenzen. Dies ermöglicht eine weitgehende Einflussnahme der Behörden auf den Ablauf des Spielbetriebs sowie einen Zugriff auf die steuerbaren Einnahmen der Betreiber.

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