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Zahlungsanbieter Trustly zieht sich aus dem Casino-Geschäft zurück

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Unvergleichlich einfach war es in der Vergangenheit, per Trustly Geld im Online Casino ein- und auszuzahlen. Besonders die Pay n Play Casinos hatten eine große Anhängerschaft. Hier musste nicht einmal mehr ein Konto angelegt werden. In wenigen Sekunden konnten Spieler ihr Geld überweisen und sofort um echtes Geld spielen. Mit der neuen Glücksspielregulierung, die seit dem 1. Juli dieses Jahres in Deutschland gilt, verschwindet die Pay n Play-Technologie des schwedischen Zahlungsanbieters aber von den Seiten.

Trustly Casino: Ehemals eine beliebte Wahl bei deutschen Spielern

Das sogenannte Trustly Casino war ein beliebter Suchbegriff bei Spielern aus Deutschland. Diese Online Casinos akzeptieren die schnellen Trustly-Zahlungen, durch die sich Pay n Play Casinos auszeichnen. Spieler konnten Trustly als Login nutzen, was das Ausfüllen eines Anmeldeformulars überflüssig machte. Stattdessen mussten nur der Button zur Einzahlung angeklickt, der gewünschte Betrags ausgewählt und die Bankdetails eingetragen werden. Trustly gilt als sichere Zahlungsmethode und ist TÜV-zertifiziert. Auch in anderen Ländern ist der schwedische Zahlungsanbieter beliebt – in Deutschland werden die unkomplizierten Zahlungen per Trustly aber nicht mehr verfügbar sein. Das gilt auch für Auszahlungen, die ebenfalls in wenigen Augenblicken veranlasst werden konnten.

Mit dem neuen Glücksspielgesetz, das erstmals bundesweite deutsche Lizenzen ermöglicht und den Online-Glücksspielmarkt legalisiert, gibt es auch vermehrt kritische Stimmen. Das neue Gesetz soll für eine bessere Regulierung und einheitliche Regeln sorgen, bedeutet für Spieler und Casinobetreiber aber ebenso diverse Restriktionen. Neben vielen anderen Verboten trifft es nun den schwedischen Zahlungsanbieter, der seine Pay n Play-Technologie nicht mehr in Casinos anbieten darf, die deutsche Spieler akzeptieren. Trustly selbst wird es in einigen Casinos auch weiterhin geben. Casinos ohne Konto werden allerdings verboten. Wer also Trustly nutzen möchte, muss einen Account erstellen. Anonymes Spielen ist nicht mehr möglich. Auch die schnellen Zahlungen, die Trustly ausmachten, sind so nicht mehr zulässig.

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Neues Glücksspielgesetz für bessere Kontrollen

Jahrelang hatte die Branche die Diskussionen um neue Online-Glücksspielgesetze mit Spannung verfolgt. In diesem Jahr konnte man sich dann weitestgehend einig werden: Seit dem 1. Juli 2021 gilt der neue Glücksspielstaatsvertrag. Viele Casinos, die ihre Spiele in Deutschland anbieten möchten, haben sich in den vergangenen Monaten auf deutsche Lizenzen beworben. Die Behörde hat ihren Sitz in Schleswig-Holstein und wird künftig für die Zulassungen der Casinobetreiber zuständig sein.

Wer eine deutsche Zulassung erhalten möchte, muss einen strengen Katalog an Vorgaben erfüllen. Dazu gehören Einzahlungs- und Einsatzlimits, ein eingeschränktes Spieleangebot und ein bundesweites Melderegister. Wer einmal auf dem OASIS-Sperrsystem landet, wird von allen deutschen Casinos gesperrt.

An diese Vorgaben haben sich auch Casinos zu halten, die deutsche Spieler akzeptieren, aber auf die deutsche Glücksspiellizenz verzichten. Ein wichtiger Lizenzgeber in der Europäischen Union ist beispielsweise die Malta Gaming Authority. Aktuell werden ausländische Online Casinos aus dem EU-Raum geduldet, sofern sie sich an die deutschen Gesetze halten. Vermehrt haben wir deshalb in den letzten Monaten beobachten können, wie Live-Casino-Spiele aus einigen Casinos verschwanden und stattdessen Spielautomaten in den Vordergrund rückten. Denn Live-Dealer-Spiele, die mit hohen Einsätzen gespielt werden können, gehören zu den Glücksspielen, welche die deutsche Behörde unterbinden möchte.

Casinos mit ausländischer Lizenz werden attraktiver

Ob die deutsche Behörde nicht um die möglichen Problematiken wusste oder schlicht zu optimistisch war, ist unklar. Sicher ist aber, dass nicht alle Casinobetreiber die neuen Gesetze erfüllen möchten. Immer beliebter werden momentan deshalb Casinos mit ausländischen Lizenzen, die all die in Deutschland geltenden Restriktionen nicht haben. Dort kann weiterhin mit hohen Einsätzen gespielt werden, auch ein zentrales Sperrsystem gibt es nicht. Diese Casinos verweisen auf die in Europa geltende Dienstleistungsfreiheit und weigern sich, ihre Angebote anzupassen.

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Das stellt deutsche Casinos in den Schatten, der Schwarzmarkt wird für viele Spieler aus Deutschland interessanter. Damit ist genau das Gegenteil von dem, was sich die Regierung erhoffte, eingetreten. Wie lang diese Casinos noch geduldet werden, bleibt abzuwarten. Dass zumindest in kleinen Schritten Einschränkungen zu beobachten sind, zeigen die jüngsten Entwicklungen um Trustly: Der Zahlungsanbieter selbst darf zwar weiterhin in EU-Casinos genutzt werden, das Pay n Play-System aber nicht. Davon betroffen sind nicht nur deutsche Casinos, sondern eben auch Glücksspielseiten mit ausländischen Lizenzen. Das trifft dann zum Beispiel die sogenannten MGA Casinos (Casinos mit Lizenz der Malta Gaming Authority), die Pay n Play nicht mehr anbieten dürfen. Wird der Aufforderung der deutschen Regierung nicht nachgekommen, so dürfte das saftige Strafen für EU-Betreiber bedeuten.

Neue Glücksspiellizenz: Ein zweischneidiges Schwert

Bessere Kontrollen sind ein ambitioniertes Vorhaben. Dass das Online-Glücksspiel endlich legalisiert wurde, scheint zunächst ein guter Schritt gewesen zu sein. In der Realität sehen sich Spieler, Betreiber und die deutsche Behörde aber nun mit diversen Komplikationen konfrontiert: Viele Spieler sind unglücklich über die neuen Einschränkungen und entscheiden sich für Glücksspielseiten, auf denen es keine Spiele- oder Einsatzeinschränkungen gibt. Zwar möchte die deutsche Behörde diese künftig verbieten, momentan sind die Casinos mit ausländischen Lizenzen wie der aus Curacao oder Malta aber weiterhin mit wenigen Klicks aufgerufen. Es dürfte noch eine ganze Weile dauern, bis der deutsche Gesetzgeber hier einen guten Weg findet, um gegen die unregulierten Anbieter vorzugehen. Sie beharren auf der rechtlichen Grauzone, in der sie sich befinden.

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Veränderungen sehen wir aber dennoch, denn zumindest das Pay n Play-System wird es künftig nicht mehr geben. Pay n Play von Trustly wurde von deutschen Spielern sehr geschätzt, ist aber in vielerlei Hinsicht mit Vorsicht zu genießen: Zwar klingen schnelle Ein- und Auszahlungen ohne Registrierung verlockend, doch verleiten sie doch zweifelsfrei zum übermäßigen Spielen. Zwar findet bei Trustly-Zahlungen im Hintergrund über die angegebenen Bankdaten eine Identitätsprüfung statt, weitere Kontrollen gibt es aber nicht. Spieler konnten über Trustly blitzschnell große Summen einzahlen und wurden dabei in keiner zentralen Sperrdatei erfasst. Diese sieht die deutsche Regierung aber als essentiell an, wenn es darum geht, spielsuchtgefährdeten Spielern den Zugang zu Online Casinos zu verwehren. Wer kein Problem mit dem Glücksspiel hat und bloß hin und wieder zum Vergnügen spielt, ist mit den ganzen neuen Regeln wohl weniger einverstanden. Auf der anderen Seite bergen Online-Glücksspiele große Gefahren, denn es kann weitestgehend anonym hinter dem Bildschirm gespielt werden. Dass hier bessere Kontrollen erforderlich sind, ist klar. Ob die Umsetzung der deutschen Regierung wirklich Erfolge mit sich bringt, bleibt noch abzuwarten. Die Pay n Play-Technologie von Trustly verschwindet nun vom Markt. Unregulierte Casinobetreiber aus dem EU-Raum sorgen mit ihren attraktiven Spielangeboten aber weiterhin für Diskussionsbedarf – und werden im Vergleich mit deutschen Casinos vielleicht sogar noch interessanter für Spieler, was nicht im Sinne der deutschen Behörde sein dürfte.

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